Fotolia ist irgendwie die schlimmste Bildagentur, bei der ich mich angemeldet habe. Keine Ahnung, was mich dahin getrieben hat. Eigentlich ist bei Fotolia alles “unter aller Sau” - nur eines nicht: die Verkäufe! Es ist unglaublich - ich muß da immer an das bekannte Sprichwort denken: “Die dümmsten Bauer haben die dicksten Kartoffeln”.
Also, worauf muß man sich bei der Agentur alles einstellen:
- Die Suche funktioniert nicht richtig. Das ist eigentlich schon das KO-Kriterium schlechthin.
- Die Vergütung der Fotografen ist absolut beschissen. Für ein Bild Größe S gibt es ganze 27 Cent.
- Bei der Auswahl der Bilder durch eine sog. “Selektion” scheint reine Willkür zu herschen.
- Einmal für ein Bild vergebene Keywords können nie wieder geändert werden.
Kommen wir mal zur Suche. Fotolia hat ein Riesenproblem mit der Suchfunktion. Ich vermute es rührt ursprünglich da her, dass die Agentur versucht sich international aufzustellen und die Keywords der Bilder automatisch in die Heimatsprache des Suchenden übersetzt. Dieser Automatismus ist meiner Ansicht nach zum Scheitern verurteilt. Ein besserer Ansatz wäre dem jeweiligen Fotografen zu ermöglichen die Keywords in unterschiedlichen Sprachen selbst zu verwalten. Diese merkwürdige Übersetzung hat folgende Effekte:
- Ein Keyword wird schlichtweg gar nicht gefunden obwohl es dem Bild zugeordnet ist.
- Eine Suche führt zu völlig falschen Ergbnissen. Beispiel: Eine Suche nach “Rosinen” liefert “Johannisbeeren”.
OK, was kann man dagegen tun. Mir ist aufgefallen das bei der Eingabe der Keywords die Reihenfolge sehr wichtig ist. Wichtiger als wie man meinen könnte. Ich habe so das Gefühl, dass Keywords so ab der 6. oder 7. Position einfach abgeschnitten werden und bei der Suche nicht mehr berücksichtigt werden. Weiterhin fällt auf, dass bei allgemeinen Keywords die Position des Keywords einen Einfluß auf die Position des Bildes in den Suchergbnissen hat. Das heißt, wird das allgemeine Keyword z.B. “München” an erster Stelle genannt, so wird das Bild auch in den Ergebnislisten eher vorne gezeigt. Ach ja, eine nachträgliche Änderung der Reihenfolge (die ja theoretisch möglich ist) hat keine Auswirkungen. Die einzige Möglichkeit dies zu ändern ist: Bild löschen und neu hochladen.
Nächster Punkt: die Auswahl der Bilder durch das Selektionsteam. Da Fotolia wohl ein internationales Unternehmen ist, sitzt das Selektionsteam nicht in Deutschland und kennt somit auch keine deutschen Belange und Motive. Das hat zur Folge, dass Standardmotive z.B. “Marienplatz München” der Reihe nach aus “inhaltlichen Gründen” abgelehnt werden. Vielleicht kann man den Selektoren auch gar keinen Vorwurf machen: sie *kennen* das Motiv einfach nicht! Was kann man dagegen tun: einfach immer wieder neu hochladen.
Tja, zu den Tarifen für die Fotografen bleibt nicht viel zu sagen: Fotolia zahlt vom Verkaufspreis irgendwas zwischen 33% und 41% - je nach Rank. Das sind dann bei Bildgröße S schlappe 27 Cent. Für Freaks, die tatsächlich mehr als 50.000 Bilder verkaufen gibt’s aus noch ein wenig mehr. Wer meint, sich exlusiv an Fotolia zu binden, kann auch etwas mehr bekommen. Ich halte es aber für nicht sinnvoll sich exklusiv zu binden. Man sollte eher versuchen seine Bilder über möglichst viele Agenturen anzubieten.
Bei all der Kritik an Fotolia, eines muß man ihnen lassen: sie verkaufen viele Bilder. Und sie verkaufen dabei “deutsche Motive” - das ist auch nicht zu unterschätzen!
So, ich hoffe hier etwas Info über die Bildagentur geliefert zu haben. Viel Spaß beim Fotografieren.


Kommentar von A.K geschrieben am Samstag 07. März 2009 um 18:31
Hi, ich bin seit ca. 2 Jahren bei Fotolia angemeldet, kaufe und verkaufe dort
Bilder. Der Verlauf meiner Erfahrung fängt bei Begeisterung an und
hört bei Wut, Empörung, Unverständnis und Ohnmacht auf.
Wenn sich jemand dort anmelden möchte, um Bilder, Fotos, Illustrationen zu
kaufen oder zu verkaufen, sollte er sich nicht von dem Design dieser Seite
blenden lassen.
Das Design ist sehr schick gestaltet und sieht sehr verlockend aus, was hinter
dieser Fassade steckt ist allerdings die reinste Katastrophe.
Was erwartet Dich bei Fotolia?
1. Ein Support der total überlastet ist und teilweise sehr unfreundlich
auf Fragen reagiert oder überhaupt nicht antwortet.
2. Eine Suchfunktion bei dem Du alles findest, nur nicht das was Du wirklich
suchst.
3. Ein sehr fragwürdiges Vorgehen was den Umgang mit den Fotografen und
Illustratoren betrifft. Ständig wird der Vertrag (einseitig von Fotolia)
willkürlich geändert, was heute zählt könnte morgen schon
Vergangenheit sein.
Die Veränderung sind zu 95% zum Nachteil der Anbieter.
4. Kommunikation könnt ihr dort nicht erwarten. Fotolia arbeitet nach dem
Motto: “Friss oder stirb”. Informationen über Veränderungen
bekommt man nur nebenbei mit, wenn z.B. wieder einmal irgendein neuer Button
auf der Webseite auftaucht oder die Mitglieder im Forum verrückt spielen.
In dieser langen Zeit wo ich dort angemeldet bin, gab es einen oder zwei
Newsletter die verschickt wurden.
Die Informationspolitik ist die reinste Katastrophe, schlicht und einfach
gesagt: “Es gibt keine!”
Auf den genauen Inhalt möchte ich gar nicht eingehen, nur soviel soll
gesagt sein, es war wieder einmal alles zum Nachteil der Fotografen und
Illustratoren.
Am Anfang feiert sich Fotolia selber, wie erfolgreich und wie toll doch alles
wäre. Im zweiten Teil erfährt dann der Leser das wieder einmal die
prozentualen Anteile gekürzt werden…. häää? Genau das war
meine, und die vieler anderen, Reaktion. Es wird einem schlecht beim lesen des
Newsletters. Geschmacklos und arrogant. ok, weiter gehts…
5. Wenn man sich im Forum über diesen Zustand beschwert und sich kritisch
äußert, bekommt man (wenn man Glück hat) einen Maulkorb
verpasst, soll heißen: kein Zugang mehr zum Forum, wenn man Pech hat wird
man komplett gesperrt. Kritik unerwünscht!
6. Die Moderatoren im Forum sind teilweise ganz nett und teilweise sehr
arrogant und herablassend den Mitgliedern gegenüber.
7. Das aktuellste Thema ist, dass Fotolia nun die Mitglieder zwingen
möchte nur exklusiv für Fotolia zu arbeiten, ansonsten gibt es eine
sehr starke Kürzung des prozentualen Anteils an den Verkäufen.
Exklusiv bedeutet in diesem Fall, der Fotograf darf seine Bilder, auch wenn es
komplett andere Motive sind, nicht bei anderen Agenturen anbieten. Sollte man
sich für diese Art der “Fotografenexklusivität”
entscheiden, wird trotzdem gekürzt, 3%. Der normale Menschenverstand
würde eine Belohnung erwarten, aber nicht mit Fotolia.
Ich könnte jetzt so weiterschreiben und etliche Punkte aufführen die
ich und auch viele andere Mitglieder nicht gut finden, aber im Endeffekt muss
jeder selber entscheiden ob er sich das alles antun möchte.
Man glaubt es kaum, aber etwas positives hat Fotolia auch. Im Moment ist
Fotolia neben meinen anderen Bildagenturen einer der umsatzstärksten. Die
Verkäufe dort laufen trotz diesen katastrophalen Zuständen relativ
gut. Fragt sich nur wie lange, wenn das so weiter geht, sehe ich schwarz
für diese Agentur.
Fotolia rast zur Zeit mit 220 km/h in Richtung einer ziemlich große
Betonwand.
so long… A. K.